Die Geschichte der Kapelle:

Die Musikkapelle Auer zählt mit ihrem Gründungsjahr 1801 zu den ältesten Kapellen Südtirols. Die Jahreszahl ist mündlich überliefert, es fehlt ein schriftliches Gründungsprotokoll. Daß das Musizieren in Auer lange Tradition hat, belegen Eintragungen im Gemeindearchiv aus dem Jahre 1617 bzw. 1658. Als im Jahre 1823 Kaiser Franz I. von Österreich und Zar Alexander von Rußland nach Neumarkt kamen, spielte ihnen zu Ehren eine „Türkische Musik“, also eine Blasmusikkapelle. Hier waren Musikanten aus Auer angeführt. Ebenso finden wir ein schriftliches Zeugnis über Aurer Musikanten in Branzoll im Jahre 1824. Beim Landesgericht Neumarkt gelangte am 30. Jänner 1827 eine Beschwerde ein, daß in Auer in der „Elephanten Wirtsbehausung“ Tanzmusik gemacht wurde, wahrscheinlich in der Besetzung einer Bömischen.

Die Entwicklung der Kapelle ähnelt im weiteren Verlauf den meisten Landeskapellen Südtirols. So wirkten in Auer Kapellmeister aus Tirol, Böhmen, Mähren und natürlich Südtirol. Wie überall waren es entweder Militärmusiker oder Schullehrer. Ein hervorstechender Name ist in der häufig wechselnden Kapellmeisterliste Christian Griner aus Fiss bei Ried im Oberinntal, der erste namentlich erwähnte „Musikdirektor“, der die Kapelle 23 Jahre leitete. Als 1872 die Kapellmeisterstelle an einen gewissen Prohaska wechselt, ist dies der Beginn einer Zeit, in der das Amt des Kapellmeisters häufig weitergegeben wird. Erst mit dem Beginn der Ära Sepp Thaler im Jahre 1922, der Albert Bilderle als Kapellmeister ablöste, fand diese Unruhe ein Ende. Die Kapelle machte gute Fortschritte, und so errangen die Aurer 1932 im Rahmen eines musikalischen Wettbewerbs in Klobenstein ihre erste Auszeichnung. In dieser Zeit wirkte Leo Waldthaler als Obmann.
Wegen der Entnationalsierungsmethoden des faschistischen Regims mußte die Kapelle 1937 ihre Tätigkeit einstellen. Nach dem Umsturzt 1943 wirkte die Kapelle noch einige Male auf Bestreben der Deutschen Wehrmacht bei Heldenfeiern mit, doch auch diese Auftritte mußten eingestellt werden.

Bald nach Kriegsende bemühten sich Josef Geier sen., Heinrich Pedrini, der auch der erste Obmann nach dem Zweiten Weltkrieg wurde, und Robert Glöggl um die Wiedererrichtung der Musikkapelle Auer. Sepp Thaler lebte zu der Zeit in Kaltern, wo er auch Kapelle und Chor leitete, trotzdem übernahm er die Aurer Kapelle wieder. Die folgenden Jahre waren vom Aufschwung gekennzeichnet. So wurden Trachten angeschafft und eine Probelokal eingerichtet. Die Kapelle nahm an Wertungsspielen teil, bei denen sie immer sehr gute Auszeichnungen erhielt. Konzertreisen führten die Kapelle nach Österreich, Deutschland und Frankreich (Vichy 1952). Außerdem hob die Kapelle einige Kompositionen Thalers aus der Taufe, zudem wurden bereits 1963 Tonaufnahmen eingespielt.
Als Sepp Thaler im Jahre 1980 das Kapellmeisteramt zurücklegte, übernahm sein Neffe Heinrich Simonini die Dirigentenstelle. Das Amt des Landeskapellmeisters, welches er seit der Gründung des VSM im Jahre 1948 innehatte, bekleidete Sepp Thaler bis zu seinem Ableben im Jahre 1982. Für zwei Jahre (1985-1986) leitete Prof. Valentin Resch die Kapelle, 1986 übernahm Walter Cazzanelli die Leitung. Im Frühjahr 2000 wurde dieser von Hans Simonini abgelöst, im darauffolgenden Herbst übernahm Hubert Plunger die Leitung der Kapelle. Nach 5-jähriger erfolgreicher Zusammenarbeit verabschiedete sich dieser und übergab die Leitung erneut an Hans Simonini. Im Jänner 2008 übernimmt Günther Graber das Amt des Kapellmeisters, ihm folgt im September 2010 Arnold Leimgruber.
Zeitgleich tritt Obmann Sepp Simonini nach 20-jähriger Tätigkeit zurück und übergibt das Amt an Manfred Abram.

Der 30.te Sterbetag von Sepp Thaler am 10.03.2012 war der Beginn der Projekt-konzerte in Zusammenarbeit mit Auerer Vereinen, welche im Frühjahr zur Aufführung kommen.